Wenn die Tage aus Lifehouse, essen und schlafen bestehen…
Okay ihr Lieben, ich weiß doch, wie ihr alle auf einen Bericht über die Lifehousekonzerte der letzten Tage lauert. Und da ich ja niemanden enttäuschen will, soll nun genau das hier folgen. Und da das Studium ja niemals umsonst sein soll, wird es eine vergleichende Analyse der Auftritte in Hamburg und Berlin – Vergleiche wohin das Auge schaut.
Nein, aber im Ernst: So viel zu vergleichen gibt es eigentlich gar nicht. Beide Orte waren wunderbar, das Programm war beinahe dasselbe (bis auf eine kleine Ausnahme, die es so schön macht, Lifehousefan zu sein), das Publikum war in beiden Fällen super bis skurril (wobei die skurrilen Figuren natürlich immer vor einem selbst stehen müssen
) und beide Male wurde ich nur wieder daran erinnert, warum ich dieser Band seit mehr als 10 Jahren die Treue halte. Und ich glaube, auch wenn ich gerade solche Vergleiche wirklich sehr selten anstelle, dass sich Lifehouse über den Verlauf des letzten Jahres auch die Spitzenposition im Stübchen für meine Lieblingsbands erkämpft haben. Nicht zuletzt, weil sie sich durch so großartige Konzerte eben immer in Erinnerung halten. (Vergessen sind die TROSTLOSEN, TROCKENEN 6 Jahre, in denen die Jungs sich so gut wie nicht hier in Deutschland blicken ließen.)
Nun gut, ich habe mir die größte Mühe gegeben, tatsächlich mal eine Setlist zusammenzubasteln und wieder einmal musste ich feststellen, was für ein grottiges Gedächtnis ich doch habe. In Berlin merkte ich erst einmal, dass ich sogar den Opener falsch in Erinnerung hatte.
Selbst beim Abschluss musste ich überlegen. Und obwohl ich das Konzert ja nun quasi zweimal gesehen habe, sind an manchen Stellen immer noch Zweifel, ob das wirklich die korrekte Reihenfolge ist. Nun ja, ich übernehme keine Gewähr (interessiert ja auch keinen), aber so in etwa sah die Setlist aus (ich hab eine hübsche Schautafel erstellt):

Ich hab "Falling In" und "Take Me Away" nachträglich unauffällig getauscht, da ich es mit einer anderen Setlist verglichen habe. Der Rest müsste also irgendwie stimmen.
Habe ich zu viel Zeit, wenn ich es schaffe, so etwas zu basteln? Vermutlich ja. Habe ich zu viel Zeit, wenn ich sogar investigative Höchstleistungen aufbringe, um die Setlist so zusammenzubasteln? Bestimmt ja. Aber da mir Jason in Berlin entgegen gekommen ist und ab der Mitte des Konzerts sein Hemd ausgezogen hat, konnte ich zumindest die erste Hälfte etwas sicherer einschränken. An einigen Stellen bin ich, wie gesagt, etwas unsicher – besonders was die Reihenfolge bei „You and Me“, „Whatever It Takes“, „Falling In“ und „Take Me Away“ angeht. Das kann so oder so ähnlich oder auch ganz anders abgelaufen sein. Immerhin hab ich festgestellt, dass die Jungs doch mit „All In“ und nicht mit „Spin“ begonnen haben. *doi*
Nach dem Solo vom Bassisten Bryce folgte dann eine Runde „Wünsch dir was“ mit Jason und Jason allein. Yummy. In Hamburg durfte ich mich darüber freuen, dass sich die Leute „Anchor“ wünschten – was den guten Jason irgendwie absolut verwunderte, da sich die Leute wohl häufiger dieses Lied von ihm wünschen und er es irgendwie nicht so ganz nachvollziehen konnte. Nach eigenen Angaben hat er das Stück schon seit 8 Jahren nicht mehr live gespielt. (Und es stimmt. Ich hab nachgeschaut und „Anchor“ wurde zuletzt 2003 live gespielt. Schade drum, um ehrlich zu sein.) Als absolutes i-Tüpfelchen gab es dann auch noch „Simon“, was offenbar bei der breiten Fanmasse genauso gut wie bei mir ankommt. Eigentlich hätte ich danach schon fast glücklich sterben können… aber Berlin stand ja noch auf dem Plan.
In Berlin gab es dann – nachdem am Vortag bereits zwei meiner Lieblinge gespielt wurden – mit „It Is What It Is“ beim „Wünsch dir was“ meinen dritten Liebling. Mit „Take Me Away“ generell in der Setlist gehörte ich wohl zu den glücklichsten Menschen am Abend, da somit vermutlich alle meiner liebsten Songs in irgendeiner Form an den Abenden gespielt wurden.
Süße Anekdote am Rande: Ein Fan in der ersten Reihe wünschte sich „Butterfly“, was den Ärmsten wohl komplett aus dem Konzept brachte, da er sich irgendwie nicht dran erinnern konnte, jemals einen Song mit diesem Titel gesungen zu haben. Daraufhin bat er den vorschlagenden Fan, ihm das Lied vorzusingen, aber auch da erkannte er den Song nicht und hakte sogar verwundert nach, ob das Lied denn tatsächlich von ihnen sei. (Lobte den Fan aber für den Gesang. Schleimer.
) Witzig, denn das Lied ist eine bei den Fans recht beliebte B-Seite. Tz, tz, tz, also wirklich… kennt die eigenen Lieder nicht und dabei ist er doch der einzige, der von Anfang an dabei ist. Aber die Menge hat gelacht und es gibt mal wieder eine kleine Geschichte, die man irgendwann auf irgendwelchen Partys anbringen kann.
(Nachtrag: Und es ist ihm offensichtlich doch eingefallen.
)
„Everything“ gab es in der Runde dann auch noch, was ich als Wiedergutmachung für das Auslassen im letzten Herbst betrachte.
Ansonsten gab es die üblichen Highlights wie „You and Me“, wo sich das Publikum jedes Mal herrlich blamieren darf, wenn es die falschen Zeilen singt. (Es ist aber auch schwierig, ich hab’s bis heute nicht kapiert, welche Textzeile zuerst kommt.) „Hanging By A Moment“ war an beiden Abenden einer der großen Höhepunkte, Berlin hatte nur den Bonus, dass sich Jason verdammt diebisch gefreut hat, als das Publikum schon vor dem endgültigen Ende des Songs aus dem Applaudieren gar nicht mehr herauskam… In Hamburg war das ähnlich, aber Berlin hat sich wirklich fast nicht mehr eingekriegt und der gute Jason ist am Mikro fast vor Lachen zusammengebrochen. Großartig.
Auch sonst hatte ich das Gefühl, dass die Jungs unglaublich viel Spaß hatten – sowohl Dienstag als auch Mittwoch. Da wurden kleine Scherze ausgetauscht, mit dem Publikum gesprochen, gelacht. Aber wo wir gerade beim Publikum sind und ich ja schon diese komischen Leutchen erwähnt hatte, die es immer schaffen, vor mir zu stehen: Sowohl in Hamburg als auch in Berlin standen jeweils Mädels vor mir, die zum (Er)Schießen waren. Bei allen hatte ich das Gefühl, dass sie sich überaus anstrengten, „cool“ zu wirken. Und ja, ich weiß, wie vorurteilsbehaftet und arrogant das klingt, aber ich weiß einfach nicht, wie ich dieses Verhalten angemessener beschreiben soll… vielleicht gezwungen quirlig? Gezwungen ungezwungen? So in etwa. Aber nach Hamburg dachte ich eigentlich nicht, dass die in Berlin noch irgendwas toppen könnten. Doch das taten sie. (Ja, Kerstin, das taten sie wirklich – dagegen waren die in Hamburg nichts.)
Gestern hatte ich dann zwei Mädels vor mir, die entweder betrunken oder absolut panne waren. Oder auch beides zusammen. Ich verstehe ja, dass man auf einem Konzert seinen Spaß hat und etwas tanzen will – aber ich finde es nur fair, wenn man dabei auch etwas Rücksicht auf die Leute hinter, vor und neben einem nehmen könnte. Da landet dann fast mal ein Arm im Gesicht, ständig gehen die Köpfe zusammen und versperren dem Hintermann die Sicht, man braucht Platz für 5 Leute, ständig geht die Kamera nach oben und man fotografiert sich selbst, sodass die Hinterfrau schön den Blitz ins Gesicht bekommt. (Ja, die Hinterfrau war ich.) Und wenn man sich dann etwas woanders hinstellt, dann denken die sich plötzlich, dass es ein bisschen weiter rechts (wieder vor dir) doch viel schöner ist. Echt, da will ich manchmal am liebsten zuhauen.
Okay, zurück zum Positiven und dann will ich euch auch wirklich gar nicht länger aufhalten. Positiv ist, dass die Hallen bei Lifehousekonzerten niemals zu groß sind, sodass man auch vom hintersten Platz eine gute Sicht hat. Mit dem hintersten Platz geben wir uns natürlich nicht zufrieden und so hab ich es besonders gestern geschafft, mich schön von der Seite an die Absperrung heranzuschlängeln. Ich habe mittlerweile festgestellt, dass ich es am besten finde, etwas seitlich zur Bühne zu stehen. Da hat man erstens nicht immer den dämlichen Mikrophonständer im Weg zu stehen und hat eine bessere Sicht auf Jasons… auf Jason und zweitens hatte ich gestern dann auch die Gelegenheit, in den Teil der Bühne zu linsen, in dem die Gitarren und mitunter auch die Kleidung gewechselt wurden. Gerade in seiner kurzen Pause während „Wrecking Ball“ konnte ich dadurch Jason etwas beim Umziehen zuschauen.
(Ja, man, der Mann ist heiß, natürlich schau ich hin.
)
Ich hab das Gefühl, ich wollte noch mehr schreiben, aber da sich das Ding hier eh schon in die Länge zieht, ziehe ich dann hier einfach mal einen Schlussstrich, hinterlasse ein schönes Video des Akustikmedleys aus Hamburg und verabschiede mich mit meiner 7,5 Stunden langen Lifehouseplaylist im Hintergrund von euch. (Die sollten mal alle 110 Lieder spielen, die in meiner iTunes-Playlist sind… und dann noch die, die ich vermutlich nicht habe. Das wäre großartig.
)
Posted on Juni 9, 2011, in me myself and i and tagged männer: jason wade kriegt seinen eigenen tag, meine erlauchte meinung, musikalisches: lifehouse, youtube zerstört meine freizeit. Bookmark the permalink. 6 Kommentare.


Ach, das klingt mir aber sehr danach, dass du Spass hattest
Das freut mich zu hören 
Konzerte sind aber auch immer wieder toll, da hast du zweifelsohne Recht!
Und darf ich sagen, dass mich die Geschichte mit dem nicht erkannten Song gerade sehr zum Schmunzeln gebracht hat
Und was nervige Menschen angeht, wem sachste das. Ich habe da wohl auch immer ein Spitzentalent für die anzuziehen (oder Menschen, die größer sind als ich und ich nichts mehr sehe, was an sich schon schwer ist, da ich mit knapp 1,80m ja schon recht groß bin!) Murphy’s Law, würde ich sagen. Ich hatte vor ewigen Zeiten (Ich glaube es war bei Maroon5) auch mal eine vor mir, die dauernd auf meinen Füßen rumtanzte und mir irgendwas ins Gesicht warf, mit einem dezenten aber überaus festen Tritt habe ich sie irgendwann in den Griff bekommen *fiesgrins*
Die Geschichte mit dem nicht erkannten Song war einfach zum Schießen. Ich frag mich bis heute, ob er den Song einfach nicht spielen wollte oder ob er sich tatsächlich nicht dran erinnern konnte. We’ll never know… Und sowas ist einfach perfekt, weil es eine lustige Geschichte mit einer schönen Erinnerung ist, die man immer mal wieder anbringen kann… Und es macht ihn gleich auch noch mal ungemein sympathischer… als hätte er das nötig gehabt, aber nunja…
Woah, gegen deine 1,80m würde ich mit meinen knapp 1,71m auf ‘nem Konzert aber auch mächtig abstinken. Aber wenn selbst du diese Probleme hast, was soll dann erst das kleine Fußvolk sagen…
Und ich fahre gewöhnlich Ellenbogen, Knie oder Taschen aus, um dezent darauf hinzuweisen, dass ich doch an etwas mehr Platz interessiert wäre. Aber das ignorante Pack vergisst das leider nach 5 Minuten meist schon wieder. *grummel*
Wie gesagt, ich finde immer den 2m-Mann, der sich dann genau VOR mich stellen will
Nur bei Bryan Adams war super, die waren alle reicht kompakt umd mich rum *hihi*
Oh, lange Konzertberichte mit ganz viel Enthusiamus sind toll. Schön, dass du endlich die Chance hattest, die Jungs live zu sehen. Und wenn’s hilft, ich kann mir ums Verrecken auch keine Setlisten merken. Hachja, das Alter.
Lol Sid, deine Taktik gefällt mir. Auch wenn ich wohl zu nett wäre, jemandem ordentlich eins reinzutreten. ;3
Hab gerade das Video laufen und awww, das klingt wirklich ganz angenehm für die Ohren.
Lol Sid, deine Taktik gefällt mir. Auch wenn ich wohl zu nett wäre, jemandem ordentlich eins reinzutreten. ;3
Ich bin ja an sich ein friedliebender Mensch, aber die hat mir echt den Rest gegeben. Da darf man dann auch mal etwas ausfallender werden, wie ich finde.
Ich denke mir jedes Mal während der Konzerte: “So schwierig kann das doch nicht sein mit dem Setliste-Merken…” Und schwupps bin ich draußen, schon hab ich den Großteil wieder vergessen. Echt, ich werd alt. Ich bin schon stolz auf mich, dass ich diesmal die Setlist mit einigen Tricks doch noch hinbekommen hab.
Ab und an hilft nur
sanfteGewalt. Die Leute siehst du eh nie wieder… und dir ist dann halt mal der Fuß, Ellenbogen oder sonst was ausgerutscht. Kann ja mal passieren.Hab gerade das Video laufen und awww, das klingt wirklich ganz angenehm für die Ohren.
Das freut mich mal sehr zu hören.