Ich bin angenehm überrascht: “Burlesque”
Themenwechsel: Von erbärmlichen Geschöpfen, die sich Mann nennen wollen, zu hübschen Frauen in knappen Kostümen, die auch noch singen und tanzen können. Was für eine Steigerung.
Da ich heute Abend zur Abwechslung mal zu Hause bleiben wollte und das Fernsehprogramm – milde gesagt – enttäuschend war, hab ich mir einfach mal einen Film zu Anschauen herausgesucht und es wurde, wer hat es erraten, “Burlesque” mit Christina Aguilera und Cher. Was soll ich sagen? Ich war wirklich, wirklich sehr angenehm überrascht, nachdem ich eigentlich eher vernichtende Kritiken im Hinterkopf hatte und den Film auch nur ausgesucht habe, weil ich eine schwache Stelle für (meistens auch schlechte) Musical-/Tanzfilme habe.
Aber der Film war von vorne bis hinten sehr unterhaltsam und ja, auch ziemlich gut gemacht. Christina Aguilera war (dank Synchronstimme vielleicht?) gar nicht mal so schlecht als Schauspielerin; Cher sieht zwar unmöglich aus, ist mir aber immer sehr sympathisch; und auch für diesen Film gilt wieder: Warum wusste ich eigentlich nicht, dass Kristen Bell mitspielt? Hätte ich das gewusst, wäre die Wahl vermutlich schon viel früher mal auf den Film gefallen. Sie ist zwar eine Zicke, aber das ist sie überzeugend und sie sieht dabei auch noch gut aus. (Was? Ihr wisst doch alle, dass ich oberflächlich bin.
) Mit den brünetten Haaren hätte ich sie fast nicht erkannt oder für Sophie Bush gehalten.
Positiv am Film war diesmal auch die überzeugende Liebesgeschichte. (Ich schau dich an, “Red Riding Hood”.) Vor allem war ich erstaunt, wie organisch die sich entwickelt hat. Cam “Ich hab keine Ahnung, wie man seinen Nachnamen schreibt” Giga-Dingens fand ich zur Abwechslung auch mal charmant – nur der Eyeliner war vielleicht ein bisschen zu viel des Guten. Und ja, ich weiß, wer Cam Giga-Dingens ist und habe sogar Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Filmen, in denen ich ihn gesehen habe.
Was mir weiterhin positiv in Erinnerung geblieben ist: Der Film war so… frei von Drama. Das hört sich jetzt äußerst langweilig an, aber was ich meine ist Folgendes: Normalerweise schaut man sich so einen Film an und weiß ganz genau, nach welchem Schema er dann abläuft. Die Protagonistin erreicht ihre Ziele und aus dem lieben, braven Mädchen wird plötzlich eine egozentrische, arrogante Tussi, die sich nicht mehr für ihre Mitmenschen interessiert. Das zur Mitte des Films zueinandergefundene Liebespaar wird daraufhin und durch andere sich in den Weg legende Hindernisse wieder auseinandergerissen, der andere Typ darf noch mal ans Mädel ran, Tränen fließen und so weiter. Am Ende erkennt die Protagonistin, wer ihre wahren Freunde sind und die wiederum zeigen ihr, wie sie sich zu verhalten hat, um weiterhin die Heldin der Geschichte sein zu können: das liebe, brave Mädchen von nebenan halt.
Erfreulicherweise blieb der Großteil dieses so künstlich erzeugten Dramas bei “Burlesque” weg. Der böse Bube wurde relativ einfach durchschaut, ohne dass das gute Mädchen sich an ihm die Finger verbrennen musste. Das gute Mädchen hob nicht ab, sondern hat selbstbestimmt ihre Zukunft in die Hand genommen und den Tag gerettet. Und hab ich schon erwähnt, dass die Liebesgeschichte (bis auf einen kurzen Schwenker vor Ende, den ich leicht verzeihen kann) tatsächlich sehr realitätsnah wirkt? Da stimmt die Chemie, es macht Spaß zuzugucken und ich hab mir tatsächlich gewünscht, dass es für die beiden funktioniert. (Natürlich wusste ich das auch schon vorher, aber es hat mir trotzdem gefallen. Okay?
)
Was natürlich für so einen Film wie “Burlesque” besonders wichtig ist: die musikalischen und tänzerischen Sequenzen. Und auch die… haben mich angenehm überrascht. Der Film hat eine schöne Mischung aus Musicalnummern und “normalem” Soundtrack und beides wirkt harmonisch. Ich hatte nie etwas gegen Christina Aguilera (ihre ersten beiden Alben müssen noch irgendwo bei mir herumliegen – sie hatte nur immer das Problem, dass sie nach Britney kam und ich halt Britney-Fan war…
); das Mädchen kann singen, tanzen offenbar auch, und zu meiner Freude sah sie hier auch mal wieder sehr hübsch aus. (Nur die kurze Perücke darf sie wieder im Schrank liegen lassen.) Und in ihrem ersten Film hat sie sich wirklich große Mühe gegeben. Man sieht eigentlich nur selten “Christina”, sondern tatsächlich ihren Charakter – und der ist wirklich liebenswert und sowieso der Kleinmädchentraum von uns allen. (Talentiert sein und berühmt werden… nun, zumindest ersteres ist mein Kleinmädchentraum.
) Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Ach ja, die Musicalnummern sind durchweg unterhaltsam und zumindest bei mir hängen geblieben. Und ich finde sowieso, dass Christina dieser Musikstil am ehesten steht. Sie sollte lieber wieder das machen (“Back to Basics” ging doch auch in die Richtung, oder?) und sich nicht krampfhaft an einer Kopie des gerade modernen Trends versuchen.
Nun, wie dem auch sei, ihr seht, ich hatte meinen Spaß. Abschließend nur noch eine Frage: Spielt Stanley Tucci eigentlich immer schwule Charaktere oder kommt mir das nur so vor? (Und jetzt, wo ich ihn grad mal googlete, finde ich erst einmal heraus, dass der Mann gerade mal 51 Jahre alt ist. Ich hab ihn irgendwie für älter gehalten. Oops.
Und dass seine Frau an Brustkrebs gestorben ist. Ist das traurig.
)
Okay, das ist ein doofer Abschluss für diesen Beitrag.
Denkt einfach an Regenbögen, okay?
Posted on Juni 4, 2011, in me myself and i and tagged filme: alles und jeder, meine erlauchte meinung, most awesome music moments, youtube zerstört meine freizeit. Bookmark the permalink. 4 Kommentare.


Ich fand den auch toll. Es war halt nichts megaumwerfendes, aber die Kritiker haben ihn ja absolut zerrissen, da war ich, ebenso wie du, absolut positiv überrascht. Außerdem bekommen mich so “Tanzen-Singen-Liebe-Drama” Filme eigentlich immer. Ich bin ja wahrscheinlich auch die einzige Person auf Erden, die zugibt Bodyguard a) zu besitzen und b) zu lieben
Ich wusste übrigens auch nicht, dass Kristen mitspielt, war aber auch positiv überrascht, als sie mir plötzlich auf der Leinwand begegnete. (Ich muss aber sagen die braunen Haare gefallen mir nur bedingt an ihr. Sie sieht plötzlich so alt aus :O )
Ich musste bei Cam schlag-mich-tot die ganze Zeit grübeln woher zum Henker ich ihn kenne und erst IMDB hat mir offenbart, dass es The OC war, was auch irgendwie traurig war. Jetzt stellt sich mir nur die Frage, was hast du denn noch mit ihm gesehen? Hat der schon soviel gemacht? (Ach mist, war das nicht auch der Typ aus Twilight…Nun ja. Is ja auch wurst!)
Ich fand Christina ja immer ziemlich gut – aber das letzte Album war einfach ein totaler Flop *kopfschüttel* Es klang zu sehr nach Lady Gaga, was jemand wie Christina nun wirklich nicht nötig hat. Ich habe es quergehört und beschlossen es nicht zu kaufen, dabei habe ich alles Alben davor, aber das war nischte. Und jap Back to Basics war in diesem 20er Jahre-was-auch-immer-Stil. Das war aber ein tolles Album ♥ Nur mal am Rande.
Stanley Tucci spielt doch dauernd irgendwo mit, oder? Ich hab jetzt noch nicht aktiv drauf geachtet, wie oft er dabei schwul ist, aber er begegnet einem ständig, also zumindest mir
Okay, das ist ein doofer Abschluss für diesen Beitrag.
Denkt einfach an Regenbögen, okay?
Das hat mich jetzt gerade sehr amüsiert
Genau, er war halt das, was man von so einem Film erwartet: gute Unterhaltung, gute Musik, gute Tanzszenen. Keine Performance war oscarwürdig, aber das will man doch in so einem Film auch gar nicht. Was hängen blieb, war das Gefühl, dass ich ihn durchaus nochmal sehen möchte. Und das ist gut.
Ich bin ja wahrscheinlich auch die einzige Person auf Erden, die zugibt Bodyguard a) zu besitzen und b) zu lieben
Dann möchte ich dich beruhigen und dir sagen, dass du nicht die einzige bist! Ich find “Bodyguard” großartig und hab ihn zwar nicht auf DVD, schnapp ihn aber so gut wie immer im Fernsehen auf. Und ja, wir können dazu stehen.
Brünette Haare machen ja grundsätzlich älter… was die Verkäuferinnen im Supermarkt nicht daran hindert, mich trotzdem noch nach meinem Ausweis zu fragen, wenn ich Alkohol kaufe. Es war bei Kristen auf jeden Fall mal was anderes – wie gesagt, ich hätte sie fast für jemand anderes gehalten.
Cam Giga-Dingens ist mir tatsächlich aus “OC” und “Twilight” bekannt… und aus “Einfach zu haben”, den ich jetzt erst wieder geschaut habe. Dadurch kommt’s mir wohl so vor, als wäre er überall.
Das letzte Christina-Album war wirklich nicht so pralle… es war nicht abgrundtief schlecht, aber auch irgendwie nicht sie. Sie sollte wirklich mehr in die Richtung “Back to Basics” machen, da wirkt sie auf mich irgendwie sehr viel authentischer. Und ja, die ersten beiden Alben hab ich auch noch und in das erste höre ich auch immer noch ab und zu gerne rein.
Ulkigerweise hab ich einen Tag später noch mal “Einfach zu haben” angeschaut und da hat neben Cam Dingens auch Stanley Tucci mitgespielt… Da spielte er allerdings einen Heterovater… vermutlich bild ich mir da nur was ein.
Vielleicht wirkt er auf mich auch einfach immer nur so unglaublich nett und weich. (Im positiven Sinn. Was ja auch nicht darauf schließen lässt, dass er immer schwule Charaktere spielt… Ach, was weiß ich. Vielleicht bleiben die Rollen auch einfach länger bei mir hängen.
)
Das hat mich jetzt gerade sehr amüsiert
)
Ziel erreicht! (Als nächstes kommt die Weltherrschaft.
Jep, hab auch schon festgestellt, dass der Film voll in Ordnung war. Und das sage ich, obwohl mich Musicals und alles, was damit zusammenhängt ja normalerweise gar nicht erst vor die Mattscheibe bekommen, lalala.
Cher und Stanley Tucci waren drollig, und dann noch bonus Alan Cumming (auch wenn er viel zu selten aufgetaucht ist), hat toll gepasst.
Oh doch, das letzte Xtina Album war abgrundtief schlecht. Das war ja mal… gar nix. Bei Lady Gaga gehen die Songs ja wenigstens noch so grausam ins Ohr, dass man sie nicht mehr heraus bekommt, aber das Xtina Album hab ich ratzfatz wieder gelöscht und das passiert mir auch nicht oft. Aber gut, ich scheine mich ja eh zum Musiksnob zu entwickeln. :s
Stripped ist aber immer noch mein Jam, und das Back-to-Basics war auch ok, auch wenn mir nicht alle Songs zugesagt haben.
*sich unauffällig wieder verdrückt*
Cher und Stanley Tucci waren wirklich herzallerliebst. Stanley Tucci sowieso meistens, wenn ich ihn sehe. Die eine Tanzszene von Alan Cumming hat mich… nun ja, etwas verstört.
Ich hab, um ehrlich zu sein, nur ein oder zwei Lieder aus dem letzten Christina-Album gehört. Die fand ich nicht so grottenschlecht, aber eben auch nicht gut. Das war abgeklatscht ohne Ende, was die gute Dame wirklich, wirklich nicht nötig hat. Schade drum – bei der Stimme.
Hey, nichts verkehrt daran, ein Album wieder zu löschen, was einem so gar nicht zusagt. Das nimmt ja auch nur wertvollen Speicherplatz weg.
*sich unauffällig wieder verdrückt*
Nein! Du darfst bleiben!